Foto Margret Luikenga
  • Margret Luikenga
  • Heilpraktikerin für Psychotherapie
  • Reiki-Meisterin/-Lehrerin
  • Termine nach Vereinbarung
  • Dickhardtstr. 47 I 12159 Berlin
  • Telefon: 0176 / 21 84 27 77

  • Weiterführendes

  • Reiki-Seminare


Zur Person

In den ersten 25 Jahren meiner Berufstätigkeit war ich Lehrerin für Erdkunde und Biologie an einem Berliner Gymnasium.

Weiterbildung:

Heilpraktikerin für Psychotherapie seit 2011
Reiki-Meisterin seit 2005, Reiki-Lehrerin seit 2008

Wie sich mein Verhältnis zum Tod im Laufe meines Lebens
verändert hat.

Der Tod war für mich immer ein Thema, - wahrscheinlich, weil er in meinem Elternhaus ausgeklammert wurde. Und als er plötzlich in meinem vierzehnten Lebensjahr mit dem Ableben meines Großvaters da war, konnten meine Eltern nicht mit ihm umgehen. So habe ich es nicht gelernt, den Tod als etwas ganz Natürliches zu sehen. Er war Ausnahmezustand und damit sehr mit Ängsten verknüpft. Als junge Frau hatte ich fast panische Angst vor meinem eigenen Tod, war aber zugleich vom Tod im Allgemeinen fasziniert. In den letzten Jahren gab es dann kein Ausweichen mehr: Eine befreundete Kollegin starb an Brustkrebs, vier Jahre später meine beste Freundin, die neun Jahre jünger war als ich an Unterleibskrebs. Ein Freund aus Kindertagen starb einige Jahre später über die Osterfeiertage ohne jedes Vorzeichen. Diese Tode waren noch ziemlich abstrakt für mich, weil ich die Toten nicht gesehen hatte; ich war dazu noch nicht bereit.

Ein Jahr später starb mein Vater und ich hatte das große Glück, dass ich ihn in seinen letzten drei Wochen ganz nah begleiten durfte. Da fasste ich zum ersten Mal den Mut, einen Toten zu berühren. Das Beerdigungsinstitut konnte ihn erst am späten Nachmittag abholen und er war ganz früh morgens verstorben, so konnten meine Mutter, meine Schwester und ich ganz in Ruhe Abschied von ihm nehmen. Diese Erfahrung hat mich aufgeweckt, der Tod hat damit seinen Schrecken verloren, er gehört zum Leben.

In dieser Zeit erkrankte eine ehemalige Kollegin an Krebs und ich habe sie zu ihren Chemotherapien begleitet und mit ihr über ihre Ängste gesprochen. Sie starb im Hospiz, wo ich Monate zuvor mit ihrer Einwilligung einen Platz auf der Warteliste für sie organisiert hatte. Ich habe sie dort nur noch einmal besuchen können, und war nicht sicher, ob sie mich erkannt hat. Als sie gestorben war, durfte ich mit den nahen Angehörigen in einer kleinen sehr bewegenden Zeremonie von ihr Abschied nehmen. Da war die Berührung der Toten für mich schon selbstverständlich.

Meine Mutter hat es uns einige Monate später sehr leicht gemacht, sie ist abends ins Bett gegangen und am nächsten Morgen einfach nicht wieder aufgewacht. So hatte sie sich ihren Tod gewünscht; für uns Töchter war es zunächst ein Schock, der sich allerdings schnell in tiefe Dankbarkeit und Demut verwandelte. Mit meiner toten Mutter habe ich eine ganze Nacht verbracht. Diese Novembernacht hat mein Leben verändert, das selbstverständliche Sein mit meiner toten Mutter hat mich endgültig verstehen lassen, dass der Tod keinen Schrecken hat. Es ist nur noch Frieden und Liebe und Dankbarkeit für das vergangene Leben.

Ein Jahr später ist meine einzige, drei Jahre ältere Schwester an ihrer Krebserkrankung, mit der sie fünfzehn Jahre gelebt hat, gestorben. Ich empfinde tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich ihre letzten Lebenswochen in einem Oldenburger Hospiz mit ihr teilen durfte. Ich war einfach mit ihr zusammen eingezogen und hatte an ihrem Sterbe- und Totenbett viel Zeit um zu verstehen, dass es den Tod nicht gibt. Es geht darum wirklich zu begreifen, dass dieser Mensch aus seinem Körper gegangen ist. Es ist nur der Körper, die Hülle, die stirbt. Das Eigentliche, das einen Menschen ausmacht, viele sprechen von der Seele, ist unsterblich. In diesen Stunden habe ich oft in den Himmel geblickt und mich gefragt, wo das Eigentliche wohl hingeht. Das können wir nicht wissen, wir spüren nur die Liebe, die bleibt.

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